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Informationen verbreiten? Multiplikatoren aktivieren!

© Michael Schwarzenberger (blickpixel) auf Pixabay

Betriebe nachhaltig über die Berufsanerkennung als Mittel der Fachkräftegewinnung aufzuklären – das gehört (neben der individuellen Beratung von Betrieben) zu den wichtigsten Aufgaben von Uta Biallas. Sie ist Betriebslotsin an der Handwerkskammer Südwestfalen und setzt bei der Kommunikationsoffensive auf eine strukturierte Einbindung von regionalen Multiplikatoren. Wir haben sie gebeten, ihr Konzept für unseren Blog zu Papier zu bringen – zur Nachahmung empfohlen.

Welche Bedeutung haben Multiplikatoren für die flächendeckende Kommunikation von UBA?

Im Zuge von „Unternehmen Berufsanerkennung – Mit ausländischen Fachkräften gewinnen" kommt der Kommunikation des Instrumentes „Berufsanerkennung" eine besondere Bedeutung zu. Viele Betriebe sind bisher noch nicht mit dem Thema Berufsanerkennung in Kontakt gekommen oder haben sogar noch nie davon gehört. Hier gilt es in erster Linie Aufklärungsarbeit zu leisten und die Betriebe entsprechend zu informieren. Für viele Unternehmen kann die Berufsanerkennung eine wichtige Hilfe sein, wenn es beispielweise um die Suche nach einer Betriebsnachfolge geht oder um den adäquaten Einsatz von Mitarbeitenden mit einer ausländischen Qualifikation.

Um die Unternehmen sowie auch potenzielle Anerkennungssuchende auf das Angebot der Berufsanerkennung aufmerksam zu machen, bedarf es einer flächendeckenden Kommunikation. Dies kann je nach Größe und Beschaffenheit des Kammerbezirks schwierig sein. Hier kommen Multiplikatoren zum Einsatz. Diese spielen bei der Verbreitung eine entscheidende Rolle: Unter Multiplikatoren versteht man Personen oder Einrichtungen, die Fachinformationen und -wissen an wiederum dritte Personen weitergeben und somit zur Verbreitung der Informationen beitragen. Somit leiten die Multiplikatoren die erhaltenen Informationen an eine Zielgruppe weiter und vervielfältigen bzw. multiplizieren das Wissen auf diesem Wege.

Die Multiplikatoren verfügen über einen guten Zugang zu der Zielgruppe und können dementsprechend Botschaften angemessen überbringen sowie einen Austausch ermöglichen.

Wie kann Kontakt zu geeigneten Multiplikatoren hergestellt werden?

Kontakt zu geeigneten Multiplikatoren kann auf vielfältigen Wegen hergestellt werden. So bietet sich in vielen Fällen die Kaltakquise an, das heißt die einfache Kontaktaufnahme zu Multiplikatoren, die geeignet erscheinen. Nach Recherche im Internet oder Erfahrungswerten aus der Kollegschaft können diese Multiplikatoren entweder telefonisch oder per E-Mail kontaktiert werden. Zu empfehlen ist dabei eine kurze Vorstellung des Projektes und der Rolle des Betriebslotsens, gefolgt von dem Vorschlag sich persönlich zwecks fachlichen Austausches kennenzulernen.

Ebenso kann sich ein Kontakt zu eventuellen Multiplikatoren auch durch besuchte Veranstaltungen und Seminare ermöglichen. Insbesondere bei Veranstaltungen zu den Themen „Fachkräftesicherung" oder „Integration" können für den Verlauf des Projektes wesentliche Kontakte geknüpft werden.

Auch in der Kollegschaft kann es Multiplikatoren geben: So können beispielsweise Betriebs- oder Ausbildungsberatende, welche häufig in Kontakt mit Betrieben stehen, Informationen vermitteln. Dazu gehört unter anderem die Weitergabe von Informationsmaterial (Broschüren, Kontaktdaten/Steckbrief des Betriebslotsens) sowie der reine Hinweis auf das Angebot des Betriebslotsens.

Was sind Beispiele für sinnvolle Multiplikatoren im Projekt UBA?

Grundsätzlich kann an dieser Stelle zwischen zwei Arten von Multiplikatoren unterschieden werden: Die betriebsorientierten Multiplikatoren, die im direkten Kontakt zu den Unternehmen stehen, sowie die Antragsstellenden-orientierten Multiplikatoren. Letztere Gruppe sind entsprechend diejenigen Multiplikatoren, welche insbesondere im Austausch mit den ausländischen Fachkräften stehen. Um eine zielgruppengerechte Weitergabe der Informationen zu gewährleisten, bedarf es Multiplikatoren, die eine hohe Akzeptanz und Glaubwürdigkeit bei der entsprechenden Zielgruppe haben.

Das Projekt UBA weist einen betriebsorientierten Charakter auf. Folglich soll auch der Fokus bei der Ansprache von Multiplikatoren vermehrt auf dieser Gruppe liegen.
Die folgende Aufzählung dient der Übersicht beispielhafter Möglichkeiten für beide Gruppe der Multiplikatoren.

  • Betriebsorientierte Multiplikatoren
    • Kreishandwerkerschaften
    • Innungen
    • Arbeitgeber-Service
    • Arbeitgeberverbände
    • Gewerkschaften
    • Fachverbände
    • Unternehmerinnen- und Unternehmer-Netzwerke
    • Netzwerk-Treffen seitens der Handwerkskammern oder Kreishandwerkerschaften
    • Betriebsberatende der Handwerkskammern (Weitergabe von Informationen bei Betriebsbesuchen/Workshops o. ä.)
    • Besuch von Meisterkursen (beispielsweise Ausbildung für Ausbildenden-Kurs)

  • Antragsstellenden-orientierte Multiplikatoren
    • Caritative Einrichtungen/Caritas/Migrationsdienste
    • Flüchtlingsnetzwerke
    • Agentur für Arbeit/Jobcenter
    • Ausländerbehörden
    • Bildungsträger


Wie lässt sich der Kontakt zu Multiplikatoren nachhaltig gestalten?

Ein beständiger Kontakt zu den Multiplikatoren ist in jedem Fall sinnvoll. Auf diesem Wege können neue Informationen bzw. Veränderungen stets zeitnah kommuniziert und weitergegeben werden. Folglich führt dies auch dazu, dass Unternehmen und Anerkennungssuchende über etwaige Neuerungen informiert werden.

Der kontinuierliche Kontakt kann über verschiedene Wege realisiert werden. Eine Möglichkeit wäre der Entwurf eines Newsletters bzw. Rundschreibens, welches einmal pro Quartal an die Multiplikatoren versendet wird. Im Zuge dessen können Neuigkeiten mitgeteilt werden, gleichzeitig bietet es jedoch auch die Möglichkeit, allgemeine Informationen zu teilen. Letzteres kann unter anderem ein neues Best-Practice-Beispiel sein, die Präsenz der Wanderausstellung in der Gegend oder Informationen zum Anerkennungszuschuss. Ebenso kann stets auf die Website unternehmen-berufsanerkenung.de oder ein eTutorial verwiesen werden.

Wichtig ist es, in regelmäßigen Abständen mit den Multiplikatoren in Kontakt zu sein und Informationsangebote zu entwickeln, sodass der Betriebslotse und das Thema Berufsanerkennung immer präsent sind.

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