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Gemeinsames Pilotprojekt Pro Recognition und EU-Krankenpflege Dienstleistungen GmbH & Co. KG gestartet

EU-Krankenpflege Dienstleistungen GmbH & Co. KG

City Scouts, Starterpaket, Mediation und berufsspezifische Sprachkurse – das sind nur einige der Hilfen, die ausländische Fachkräfte bei der EU-Krankenpflege Dienstleistungen GmbH & Co. KG in Anspruch nehmen können. Der Personaldienstleister aus Weimar hat sich auf die Vermittlung ausländischer Pflegekräfte an deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen spezialisiert. Das Unternehmen setzt dabei auf faire, nachhaltige und transparente Anwerbung in den Heimatländern und eine intensive Vorbereitung und Betreuung, damit die Pflegekräfte voll einsatzbereit in ihrer zukünftigen Arbeitsstelle eingesetzt werden können. Dass ihre Strategie aufgeht, zeigt sich durch eine Vielzahl von Vermittlungsprojekten in diversen Staaten.

Auf dem Netzwerktreffen des Projekts »Unternehmen Berufsanerkennung« im November 2018 entstand gemeinsam mit der Auslandshandelskammer (AHK) Iran und dem Projektteam „ProRecognition" des DIHK die Initiative, iranische Pflegefachkräfte für Deutschland anzuwerben. So entstand ein Pilotprojekt, welches iranischen Pflegefachkräften zu einem guten und erfolgreichen Start auf dem deutschen Arbeitsmarkt verhelfen soll. Herr Hildebrandt, Geschäftsführer der EU-Krankenpflege Dienstleistungen GmbH & Co. KG, stand uns für ein Interview Rede und Antwort zum neuen Projekt.

Herr Hildebrandt, wie sind Sie auf die Idee gekommen mit dem Projekt „ProRecognition" und der AHK Iran ein Fachkräfte-Recruiting-Projekt zu starten?

Unser Unternehmen hat sich bereits früh auf das Recruiting ausländischer Pflegefachkräfte, auch aus Drittstaaten, spezialisiert und kann in diesem komplexem Marktsegment auf langjährige Erfahrung zurückblicken. Auf der Suche nach weiteren innovativen Wegen, um ausländische Fachkräfte anzuwerben, trafen wir beim Netzwerktreffen im November 2018 auf Vertreter von „Pro Recognition" und einigen Auslandshandelskammern. Gemeinsam mit ProRecognition an der AHK Iran entstand die Idee, Anerkennung und Recruiting in einem Projekt miteinander zu verknüpfen.

Wie läuft der Recruiting-Prozess im Iran für die Pflegekräfte ab?

Das deutsche Gesundheitswesen ist für viele iranische Pflegefachkräfte sehr interessant und auch die Erfahrungen mit iranischen Fachkräften im deutschen Gesundheitswesen sind durchaus positiv. Aus diesem Grund erhalten sie von der AHK Iran Informationen über Deutschland und den Fachkräftebedarf und werden vom „ProRecognition Team" entsprechend fachkundig zu den Möglichkeiten und Chancen ihrer beruflichen Anerkennung beraten. Hier setzen wir an. Wir haben mit mehreren iranischen Pflegefachkräften Bewerbungsgespräche geführt und versuchen bereits im Vorfeld über kulturelle Unterschiede und das Berufsbild der Pflegefachkraft in Deutschland aufzuklären. Viele Bewerber beeindrucken uns mit ihrer fachlichen Expertise, offenen und herzlichen Art und auch ihrer Integrationsbereitschaft.

Wie sind die Deutschkenntnisse der Bewerber/innen?

Wir waren überrascht, dass einige Fachkräfte bereits im Bewerbungsgespräch gute Deutschkenntnisse vorweisen konnten. Zudem organisiert die AHK Iran nunmehr Deutschsprachkurse für die Pflegekräfte in diesem Pilotprojekt. Begleitend wird die berufliche Anerkennung in Deutschland betrieben und der Themenkomplex Einreise/Aufenthalt/Visa von uns behandelt.

Wie geht es in Deutschland für die Fachkräfte weiter?

Die erfolgreiche Integration und das Wohlbefinden unserer Pflegekräfte sind für uns immer von besonders hoher Bedeutung. Nach erfolgreicher Anerkennung ihres Berufsabschlusses vermitteln wir die Pflegefachkräfte an Kliniken oder Pflegeeinrichtungen im ganzen Bundesgebiet weiter. Aber hier endet unsere Betreuung nicht – wir bleiben noch weiter mit den Fachkräften in Kontakt. Wir beraten sie bei Fragen zum (Berufs-)Alltag und bieten Hilfestellung an. So konnten wir bereits viele dringend benötigte Fachkräfte langfristig vermitteln und können auf diese Weise unseren kleinen Beitrag zur Entlastung in den Kranken- und Pflegeeinrichtungen in Deutschland leisten.

Wie sieht es mit dem Familiennachzug aus?

Für eine erfolgreiche Integration der Pflegefachkräfte spielt die Familie eine wesentliche Rolle. Aus diesem Grund unterstützen wir den Nachzug etwaiger Ehepartner und Kinder und raten dazu, dass die unmittelbare Familie schnellstmöglich und noch im Heimatland Deutsch lernt. Dies ist wichtig für die spätere Visavergabe und auch für die Integration der Familienmitglieder.

Was erwarten Sie vom Fachkräfteeinwanderungsgesetz, welches nächstes Jahr in Kraft treten soll?

Für unsere Projektpartner ProRecognition an der AHK Iran dürfte das eine ganz wesentliche Veränderung in den Beratungsaufkommen mit sich bringen. Wir selbst kümmern uns ja ausschließlich um das Gesundheitswesen und erwarten nach derzeitigem Kenntnisstand kaum eine Veränderung in der betrieblichen Praxis, da Pflegefachkräfte derzeit als Mangelberufe gelten und auf der Positivliste aufgeführt sind. Es bleibt ein langer Weg bis zur Arbeitsaufnahme in Deutschland. Einen großen Handlungsbedarf sehen wir nach wie vor im Zuständigkeitsbereich des Auswärtigen Amtes. Die deutschen Auslandsvertretungen sind in aller Regel nicht vorbereitet für Kräfte, die im Rahmen von Erwerbsmigration Visa beantragen. Da fehlen einfach die Stellen, diese Verfahren bevorzugt bearbeiten zu können.

Was raten Sie einem Unternehmen, wenn es ausländische Fachkräfte von Drittstaaten selbst anwerben möchte?

Die Rekrutierung von Fachkräften aus Drittstaaten ist im Gegensatz zu der Rekrutierung aus der EU sehr komplex und mit vielen Feinheiten und Fristen verbunden. Ich rate deswegen dazu, sich professionelle Unterstützung, beispielsweise vom IQ Netzwerk oder einer spezialisierten Agentur zu holen. Aus vielen Gesprächen mit Kunden wissen wir, dass insbesondere große Kliniken und Pflegeheimbetreiber sich aus Mangel an seriösen Outtasking-Anbietern selbst aufmachen, Pflegekräfte im Ausland zu rekrutieren. Das ist fast immer unnötig kostenintensiv und auch aufwendig. Wir geben unsere Erfahrungen gern an unsere Kunden weiter. Auch die AHKs vor Ort sind immer kompetente Ansprechpartner.


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