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Ein Service-Modell mit Erfolg – IHK Berlin und das Projekt MAZAB

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Die Anerkennungsberatung der IHK Berlin hat durch die Kooperation mit dem Projekt MAZAB vom IQ Netzwerk Berlin ein innovatives Service-Modell für Ratsuchende und Antragsstellende im Bereich der beruflichen Anerkennung geschaffen. Die IHK Berlin berät antragsbegleitend zum Anerkennungsverfahren Fachkräfte mit einem ausländischen Berufsabschluss sowie Unternehmen mit internationaler Belegschaft zum Thema berufliche Anerkennung. Ratsuchende erhalten z. B. Informationen über das Anerkennungsverfahren, den Ablauf, die Kosten sowie die Dauer. Die Anerkennungsberaterin Katja Schefe-Rasokat hilft der ausländischen Fachkraft auch bei der Ersteinschätzung des deutschen Referenzberufes oder erklärt ihr die Fördermöglichkeiten zum Verfahren. Bei einer teilweisen Anerkennung übernimmt das Projekt MAZAB vom IQ Netzwerk Berlin den Antragsstellenden und hilft ihm eine volle Gleichwertigkeit zum deutschen Referenzberuf zu erlangen. Das Beispiel von Herrn Balogh aus Ungarn zeigt den typischen Verlauf einer Erstberatung und die darauffolgenden Schritte im beruflichen Anerkennungsverfahren:

Erstberatung bei der IHK Berlin

In Ungarn hat Herr Balogh eine Ausbildung als „Händler Unternehmer" absolviert und in dem Beruf mehr als 10 Jahre gearbeitet. Seit 2015 ist er in Deutschland und arbeitet als Hilfskraft im Einzelhandel. Jetzt möchte er sich seinen ungarischen kaufmännische Beruf bei der IHK Berlin als „Einzelhandelskaufmann" anerkennen lassen. Sein jetziger Arbeitgeber hatte ihn aktiv darauf hingewiesen, seinen ausländischen Berufsabschluss anerkennen zu lassen und unterstützt ihn dabei. Bei der Erstberatung werden von Katja Schefe-Rasokat alle Unterlagen wie z. B. das ungarische Ausbildungszeugnis, Arbeitszeugnisse, Referenzen von Arbeitsgebern sowie Weiterbildungszertifikate gesichtet und bewertet. Im Fall von Herrn Balogh zeigt sich, dass die Fächerliste (Transcript) fehlt. Katja Schefe-Rasokat erklärt Herrn Balogh, dass die Grundlage des Anerkennungsverfahrens seine ungarische Ausbildung sei sowie seine Erfahrung, die er in diesem Beruf gesammelt hat. Die erworbene Berufspraxis und seine Weiterbildungen werden bei der Anerkennung mit einbezogen und ggfs. zum Ausgleich wesentlicher Unterschiede berücksichtigt. Sie informiert ihn über Fördermöglichkeiten zur Kostenübernahme des Anerkennungsverfahrens und bespricht mit ihm den Antrag. Sie bittet Herrn Balogh für den nächsten Termin alle seine Unterlagen Vollständigkeit zu prüfen. Danach können sie gemeinsam den Antrag ausfüllen und die übersetzten Zeugniskopien kostenlos beglaubigen. Hiernach wird der Antrag dann direkt durch den Antragsteller zur IHK FOSA nach Nürnberg geschickt.

Was macht die IHK FOSA?

Die IHK Foreign Skills Approval (IHK FOSA) ist das bundesweite Kompetenzzentrum deutscher Industrie- und Handelskammern zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsabschlüsse. Sie nimmt Anträge auf Anerkennung entgegen und vergleicht, inwieweit ausländische Berufsqualifikationen mit entsprechenden deutschen Berufsabschlüssen als gleichwertig eingestuft werden können. Die IHK FOSA prüft die Unterlagen von Herrn Balogh und bescheinigt ihm eine volle oder teilweise Gleichwertigkeit zum deutschen Referenzberuf „Einzelhandelskaufmann". Nicht immer verfügen Fachkräfte mit ausländischem Berufsabschluss über alle Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die in der deutschen Referenzausbildung vermittelt werden. Wenn die IHK FOSA nur eine teilweise Gleichwertigkeit des ausländischen Abschlusses im Anerkennungsbescheid bescheinigt, haben die Fachkräfte die Möglichkeit, fehlendes Wissen und Können im Rahmen einer Anpassungsqualifizierung nachzuholen, um eine volle Gleichwertigkeit mit dem deutschen Abschluss zu bekommen. Mit Hilfe des Anerkennungsbescheids der IHK FOSA erarbeitet Katja Schefe-Rasokat für den Antragsstellenden dann einen Anpassungsqualifizierungsplan.

Teilweise Anerkennung – das Projekt MAZAB unterstützt weiter

Bei der Anpassungsqualifizierung kann die ausländische Fachkraft von dem Projekt MAZAB des IQ Netzwerks Berlins unterstützt werden. MAZAB erstellt mit der Fachkraft die Bewerbungsunterlagen für das Unternehmen, wo die Person die Anpassungsqualifizierung durchlaufen möchte, sucht aber auch Betriebe für Anpassungsqualifizierungen oder recherchiert nach Weiterbildungskursen, welche die ausländische Fachkraft braucht, um die volle Gleichwertigkeit zu bekommen. Wenn die Deutschsprachkenntnisse der Fachkraft noch verbessert werden müssen, bietet das Projekt zudem Sprachcoachings an. Im Sprachcoaching wird speziell die berufliche Fachsprache gelehrt. Bei Bedarf kann das Coaching auch am Arbeitsplatz der ausländischen Fachkraft erfolgen. Das Projekt betreut nicht nur Antragsstellende, sondern auch die ArbeitgeberInnen, die Fragen zur Beschäftigung von Personen mit einem Anerkennungsbescheid haben.

Nachdem Katja Schefe-Rasokat Herrn Balogh über die Antragsstellung, den Anerkennungsbescheid und das weitere Vorgehen mit Hilfe von MAZAB aufgeklärt hat, ist er sichtlich erleichtert. Er ist dankbar für die viele Unterstützung und hatte es sich viel schwerer vorgestellt seinen ausländischen Beruf in Deutschland anerkennen zu lassen.


Weitere Informationen unter:

IHK Berlin

Fasanenstraße 85
10623 Berlin

Anerkennungsberatung
Katja Schefe-Rasokat
Tel: +49 3031510-424

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Team MAZAB
INBAS GmbH
Alt-Moabit 60 a
10555 Berlin
www.inbas.com/mazab
Tel:+49 30 3940553-11 / -12 / -03

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Finanzielle Hilfen:
https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/finanzielle_hilfen.php

Alle Dolmetscher/innen und Übersetzer/innen für beglaubigte Übersetzungen in Deutschland:
http://www.justiz-dolmetscher.de/suche.jsp

Informationen zur IHK Fosa:
http://www.ihk-fosa.de/

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