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Die Chancen des Anerkennungszuschusses nutzen: Ein Beitrag der f-bb

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Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) ist eine der großen Forschungseinrichtungen im außeruniversitären Bereich in Deutschland. Es unterstützt die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems im In- und Ausland. Seit dem 1. Dezember 2016 vergibt das f-bb, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den Anerkennungszuschuss und begleitet dessen Entwicklung und Erprobung wissenschaftlich.

Seit Dezember 2016 gibt es den Anerkennungszuschuss. Worauf zielt dieses Instrument und wie wird diese Fördermöglichkeit bisher angenommen?

Der Anerkennungszuschuss unterstützt diejenigen bei der Anerkennung ihrer ausländischen Berufsabschlüsse, die nicht aus eigener Kraft ein solches Verfahren finanzieren können. Er wendet sich besonders an Personen, die erwerbstätig sind, oftmals unterhalb ihrer Qualifikation, und denen bisher keine anderen Fördermöglichkeiten zur Verfügung standen. Bisher gingen bei der zentralen Förderstelle am f-bb in Chemnitz fast 3.000 Anträge zur Aufnahme in die Förderung von Personen aus 121 verschiedenen Herkunftsländern ein (Stand: Mai 2018). In der Regel kann dann auch eine Förderzusage gegeben werden. Die häufigsten Berufe entsprechen ausgewiesenen Mangelberufsfeldern: 1. Ingenieur/in, 2. Arzt/Ärztin und 3. Gesundheits- und Krankenpflegeberufe. Über 700 Personen haben bereits eine entsprechende Unterstützung ausgezahlt bekommen.

Welche Voraussetzung muss der/die Antragssteller/in mitbringen?

Personen sind förderfähig,

  • die im Ausland eine formale Berufsqualifikation erworben haben,
  • die ein Anerkennungsverfahren durchlaufen möchten,
  • die seit mindestens drei Monaten ihren Aufenthalt bzw. Hauptwohnsitz in Deutschland haben,
  • die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 26.000 Euro bzw. 40.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehegatten oder Lebenspartnern haben und
  • bei denen Dritte (z. B. Agentur für Arbeit, Jobcenter, Förderprogramme der Länder) keine Übernahme der Kosten eines Anerkennungsverfahrens zugesagt haben.

Wie muss der/die Antragsteller/in vorgehen, um einen Zuschuss zu erhalten?

Ein Antrag auf Anerkennungszuschuss ist über eine Beratungsstelle bei der zentralen Förderstelle einzureichen. Zuerst wenden sich Interessierte an eine der vielzähligen Beratungsstellen, z.B. aus dem Netzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)". Diese geben im Rahmen des Antrags insbesondere eine Einschätzung zum ggf. gemeinsam ausgewählten deutschen Referenzberuf ab. Nach Prüfung der Anträge erhalten Antragstellende eine Zusage in Form eines Fördervertrages, sofern alle Fördervoraussetzungen gegeben sind. Nach Vorlage von Rechnungen oder Bescheiden (z.B. Gebührenbescheid, Rechnungen für Übersetzungen) erfolgt eine entsprechende Erstattung dieser Kosten beziehungsweise direkte Auszahlung an die zuständige Stelle – bis zu einem Maximalbetrag von 600,00 € erstattet.


Wer kann bei der Antragstellung unterstützen?

Eine wertvolle Unterstützungsfunktion kommt den bundesweit vertretenen Anerkennungsberatungsstellen in- und außerhalb des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)" zu, da diese auch zum Berufsanerkennungsverfahren selbst mit Informationen und Unterstützung zur Seite stehen. Darüber hinaus nehmen die Arbeitsagenturen sowie Jobcenter eine wichtige Vermittlungsrolle im Verfahren ein. Einen Überblick zu den Beratungsangeboten findet sich auf www.anerkennung-in-deutschland.de, dem Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.

Welche weiteren Aspekte sind im Zusammenhang mit dem Anerkennungszuschuss erwähnenswert?

Die Antragsteller sind mehrheitlich bereits erwerbstätig - 65 % der Personen mit einer Förderzusage arbeiten in Vollzeit, Teilzeit oder sind selbstständig tätig. Der Zuschuss ermöglicht, dass sie sich mit einer Berufsanerkennung entsprechend ihrer erworbenen Kompetenzen voll einbringen können. Und in der Tat: Der Anerkennungszuschuss ist ein Anreiz, das Anerkennungsverfahren anzugehen und so auch die Grundlagen für ein weiteres berufliches Vorankommen in Deutschland zu sichern. Das zeigt sich anhand der Befragung der Antragstellenden: 42 % konnten aufgrund fehlender finanzieller Eigenmittel bisher keinen Antrag stellen.

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