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Anerkennungsberatung in den AHKs – ProRecognition setzt im Ausland an

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Rund um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen gibt es in Deutschland bereits zahlreiche Beratungs- und Informationsangebote. Im Ausland allerdings nicht – diesen Service auch im Ausland zu verankern, ist Ziel des Projektes ProRecognition. Das Projekt etabliert zunächst acht Auslandshandelskammern und die Delegationen der Deutschen Wirtschaft (AHKs) als Anlauf- und Beratungsstellen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Deutschland.

Die Grundidee ist pragmatisch: Ausländische Fachkräfte, welche in Deutschland arbeiten wollen, sollen bereits im Ausland bei der zuständigen AHK vor Ort entsprechende Informationen, fundierte Beratung und Unterstützung bei ihrer Antragsstellung erhalten. Die Beratungsstellen im Ausland kooperieren vor allem mit deutschen Institutionen im In- und Ausland, u. a. mit den Goethe Instituten und den Deutschen Botschaften vor Ort, der IHK FOSA, den landesweiten IQ-Beratungsstellen und dem BAMF im Inland. Die AHKs beraten zu allen staatlich anerkannten Berufsabschlüssen – vom klassischen IHK-Ausbildungsberuf über das Handwerk bis zum akademischen Abschluss. Ebenso hält die AHK Informationen über die Zuwanderungsmöglichkeiten in den deutschen Arbeitsmarkt bereit. Der Anerkennungsantrag muss vom Antragssteller persönlich bei der jeweils zuständigen Stelle in Deutschland gestellt werden. Bevor jedoch das eigentliche Verfahren beginnt, wird der Antragssteller von der zuständigen AHK zu seinen individuellen Möglichkeiten beraten und bei der Zusammenstellung der Unterlagen unterstützt.

Begleitet durch das Anerkennungsverfahren

Während des gesamten Verfahrens wird der Antragssteller von seiner AHK begleitet. Ist der Antrag erstmal abgegeben, prüft die jeweils zuständige Stelle in Deutschland, ob der im Ausland anerkannte Berufsschul- oder Hochschulabschluss mit einem deutschen Abschluss gleichwertig ist. Je nach Ausbildungsabschluss erfolgt die Prüfung bei der IHK FOSA (Foreign Skills Approval) für IHK-Berufe, für die handwerklichen Berufe bei der zuständigen HWK und für die reglementierten Berufe wie z. B. Erzieher/in und Krankenpfleger/in bei der Anerkennungsstelle des jeweiligen Bundeslandes. Bei Hochschulabschlüssen ist die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zuständig. So können potenzielle Auswanderer schon in ihrer Heimat die Anerkennung ihres ausländischen Berufsabschlusses beantragen und ihre Chancen am deutschen Arbeitsmarkt ausloten. Die Zeit bis zur Erteilung eines Gleichwertigkeitsbescheides kann inzwischen an einigen AHKs auch genutzt werden, um noch im Ausland die deutsche Sprache zu lernen oder sich in eigens auf die Teilnehmer zugeschnittenen Bewerbertrainings auf die Jobsuche in Deutschland vorzubereiten. Dieses Vorgehen senkt die Hemmschwelle für die Zuwanderung von Fachkräften, beschleunigt die qualifikationsnahe Integration in den Arbeitsmarkt und erhöht die Mobilität der Betroffenen.

8 AHKs und Delegationen beteiligen sich

Das Projekt wird seit 2015 vom BMBF gefördert und von der DIHK Service GmbH koordiniert. Es endet im Dezember 2019. Das Beratungsnetzwerk erstreckt sich über ausgewählte Standorte im Ausland – aktuell beteiligen sich die AHKs und Delegationen in Algerien, Ägypten, China, Indien, Iran, Italien, Polen und Vietnam. Die Länder beantworten auch Anfragen von ausländischen Fachkräften aus Nachbarstaaten.

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