2 minutes reading time (399 words)

3 FRAGEN zur Fachkräftesituation in der kunststoffverarbeitenden Industrie

Bildrechte: getty images

​​​Der Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. vertritt seit 1950 die Unternehmerinteressen der Hersteller von Halbzeugen aus der Bau- und Möbelindustrie sowie Konsumprodukten aus Kunststoff.


In unserem Interview beantwortet Ralf Olsen, Geschäftsführer des Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V., die Frage mit welchen Maßnahmen die Branche Engpässen entgegenwirkt und welche Rolle die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse dabei in der kunststoffverarbeitenden Industrie spielt.

Herr Olsen, wie sieht die Fachkräftesituation in Ihrer Branche aus?

In der kunststoffverarbeitenden Industrie muss zwischen den kaufmännischen und technischen Berufen differenziert werden. Bei den kaufmännischen Berufen ist der Fachkräftemangel noch nicht so deutlich wie in den technischen Bereichen zu spüren. Für kaufmännische Berufe bewerben sich Frauen sowie Männer gleichermaßen. Leider ist es so, dass sich fast nur Männer auf technische Ausbildungsberufe bewerben, die Frauenquote hier ist noch leider viel zu gering. Insbesondere beim Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik hat sich die Situation in den letzten 3 Jahren dramatisch verschärft. Obwohl die kunststoffverarbeitende Industrie eine Wachstumsbranche ist und sehr gute Arbeitsbedingungen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten ihren Mitarbeitern bietet, finden 75% unserer Unternehmen kaum bis keine Bewerber für diese Ausbildung. Der Bekanntheitsgrad dieses Ausbildungsberufs ist leider unter den Absolventen der Schulen noch zu gering. Auch ausgebildete Fachkräfte sind derzeit sehr gefragt.

Welche Pfade der Fachkräftesicherung empfehlen Sie den Unternehmen Ihrer Branche?

Fachkräftesicherung muss Chefsache sein. Unsere Unternehmen setzen den Fokus auf die eigene Ausbildung. Wir empfehlen ihnen eine vorausschauende Personalplanung und ein aktives Ausbildungsmarketing zu betreiben. Die Bereitschaft zur Ausbildung und zur Bindung junger Mitarbeiter an die kunststoffverarbeitende Industrie hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Schulabgänger/innen müssen aktiv angesprochen werden und auf die ausgezeichneten Perspektiven welche die kunststoffverarbeitende Industrie bietet aufmerksam gemacht werden.

Worin liegen Ihres Erachtens die betrieblichen Chancen der beruflichen Anerkennung?

Die Chancen der beruflichen Anerkennung liegen ganz klar in der Vergleichbarkeit des ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf. Dadurch ist es für den deutschen Arbeitgeber leichter die Qualifikation des ausländischen Bewerbers einzuschätzen und diese mit den eigenen Anforderungen zu vergleichen.. Mit der Anerkennung hat die ausländische Fachkraft die Möglichkeit sich weiter zu qualifizieren, davon profitiert sie sowie das Unternehmen gleichermaßen. Dennoch müssen die Hürden für die gezielte Fachkräftezuwanderung vereinfacht und ein guter Übergang gefunden werden. Insbesondere das Problem der Sprache muss mitberücksichtigt werden. Auch der Mehraufwand für die sich im Betrieb bereits befindenden Mitarbeitern muss angemessen sein. Alles in Allem kann die berufliche Anerkennung eine Linderung des Fachkräftemangels herbeiführen.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Olsen!


Bildrechte: getty Images  

„Ja, das Handwerk will ausländische Fachkräfte int...
3 FRAGEN zur Fachkräftesituation im Bäckerhandwerk

Ähnliche Beiträge

© 2018 Unternehmen Berufsanerkennung