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3 FRAGEN zur Fachkräftesituation im Kraftfahrzeuggewerbe

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Mit rund 38.000 Betrieben gehört das Kraftfahrzeuggewerbe zu den wichtigsten Branchen in Deutschland. Der gute Ruf des Gewerbes führt traditionell dazu, dass sich überdurchschnittlich viele junge Menschen zu einer branchentypischen Ausbildung entscheiden. Doch trotz derzeit rund 91.000 Auszubildenden spürt auch die Kfz-Branche erste Anzeichen von Fachkräfteengpässen.

In unserem Interview mit Birgit Behrens, Geschäftsführerin Berufsbildung beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) gehen wir der Frage nach, mit welchen Maßnahmen die Branche Engpässen entgegenwirkt und welche Rolle die Berufsanerkennung dabei spielt.

Frau Behrens, wie sieht die Fachkräftesituation in Ihrer Branche aus?

Noch besteht kein akuter Fachkräftemangel in unserer Branche. In bestimmten Regionen herrscht aber schon ein Mangel an Auszubildenden und somit auch von Fachkräften. Durch unsere gezielte Nachwuchsförderung sind die Kfz-Betriebe sensibilisiert und folgen unserer Aufforderung junge und motivierte Menschen auszubilden. Wir verzeichnen seit vier Jahren in Folge steigende Ausbildungs-verhältnisse in unseren Ausbildungsberufen Kfz-Mechatroniker/in und Automobilkaufmann/frau.

Welche Pfade der Fachkräftesicherung empfehlen Sie den Unternehmen Ihrer Branche und warum?

Ein probates Mittel zur Fachkräftesicherung ist definitiv die eigene Ausbildung von jungen Menschen. Unsere Kfz-Betriebe wertschätzen das Know-how älterer Mitarbeiter und versuchen dieses zu konservieren. Auch immer mehr junge Frauen finden unsere Branche hoch spannend. Gerade im kaufmännischen Bereich verzeichnen wir einen Frauenanteil von über 40 Prozent. Die Betriebe bieten vermehrt flexible Arbeitszeiten und das Arbeiten im Homeoffice an. Zudem sind unsere Aus- und Weiterbildungswege sehr variabel, sodass fließende Übergänge auch zwischen kaufmännischen und technischen Weiterbildungswegen möglich sind. Wir sind zudem der Auffassung, dass ein Großteil von jungen geflüchteten Menschen eine hohe Motivation und sehr gute Kompetenzen mitbringt. Deswegen haben unsere Mitglieder sehr früh diesen Menschen eine Qualifizierung ermöglicht, um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Worin liegen Ihres Erachtens die betrieblichen Chancen der beruflichen Anerkennung?

Die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen ist für unsere Branche sehr wichtig. Hier haben wir als ZDK aktiv mitgearbeitet, Leitstellen und Kriterien aufzustellen, die das Anerkennungsverfahren beschleunigen.

Je schneller und transparenter ausländische Abschlüsse bewertbar sind, umso besser können ausländische Fachkräfte in die Kfz-Branche integriert werden.

Durch die berufliche Anerkennung sehen wir die Chancen, ausländische Beschäftigte in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die zukünftige Lücke auf dem Fachkräftemarkt zu schließen. Dies ist uns bisher sehr erfolgreich gelungen.


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Erfolgreiche Integration durch Anpassungsqualifizi...

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