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3 FRAGEN zur Fachkräftesituation im Elektro- und Informationstechnischen Gewerbe

Dipl.-Ing. Bernd Dechert

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vertritt die Interessen von 53.7555 Unternehmen aus den drei Handwerken Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinen- bau. Mit 491.542 Beschäftigten, davon über 41.500 Auszubildende, erwirtschafteten die Unternehmen im Jahr 2017 einen Umsatz von rund 57,6 Milliarden Euro. Dem ZVEH als Bundesinnungsverband gehören 12 Landesverbände mit 320 Innungen an. Ihm sind die Ausbildungsberufe Elektrotechniker/innen, Informationstechniker/innen und Elektromaschinenbauer/innen zugeordnet. Dipl.-Ing. Bernd Dechert erklärt als Geschäftsführer für Technik und Berufsbildung im Gespräch, welche Wege die Branche in Sachen Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung geht und welchen Stellenwert die Berufsanerkennung derzeit hat.

Herr Dechert, wie sieht die Fachkräftesituation in Ihrer Branche derzeit aus?

Das elektro- und informationstechnische Gewerbe ist eine fachlich sehr anspruchsvolle Branche, deshalb sind die Anforderungen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch recht hoch. Dadurch müssen wir zwangsläufig gezielt Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung betreiben. Glücklicherweise genießt das Elektrohandwerk ein sehr hohes Ansehen in Deutschland, so dass wir steigende Beschäftigten- und Auszubildendenzahlen verzeichnen können. Das ist in Zeiten steigenden Fachkräftebedarfs quer durch alle Branchen schon außergewöhnlich. Dennoch gehen auch wir neue Wege bei der Personalrekrutierung. Unsere Betriebe sind so gut ausgelastet, z. B. in Bayern zu rund 130 %, dass sie problemlos weitere Mitarbeiter einstellen können.

Welche Pfade der Fachkräftesicherung empfehlen Sie den Unternehmen Ihrer Branche und warum?

Im Bereich der klassischen Nachwuchsgewinnung sind wir u. a. mit unserer E-Zubis-Kampagne schon sehr erfolgreich. Aktiver wollen wir etwa bei der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte werden. Wir verzeichnen in manchen Grenzregionen vermehrt Wanderungsbewegungen von Fachkräften aus Polen und Tschechien nach Deutschland. Als Verband möchten wir hier künftig eine strategische Herangehensweise entwickeln, um die Betriebe auf solche neue Entwicklungen vorzubereiten. Beratend begleiten wollen wir sie zum Beispiel über die Möglichkeiten zur Berufsanerkennung. Wir sehen hier noch viel Potenzial, müssen zugleich aber auf die Einhaltung der hohen Qualitäts- und Qualifikationsnormen achten. Das ist gerade in unserer Branche unabdingbar und wichtig für die Akzeptanz der Berufsanerkennung innerhalb der Unternehmerschaft.

Worin liegen die betrieblichen Chancen der beruflichen Anerkennung?

Die größte Chance für die Betriebe liegt darin, sich bei der Fachkräftesicherung künftig breiter aufstellen und sich mehrerer Instrumente gleichzeitig bedienen zu können. Auch wenn die Ausbildung von Schulabgängern das zentrale Mittel der Personalrekrutierung bleiben wird, sollten unsere Unternehmen neue Wege ausprobieren. Unsere Aufgabe als Verband ist es, ihnen alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Betriebe wirkungsvoll bei ihren Aktivitäten zu unterstützen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Unternehmenspreis »Wir für Anerkennung«
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